Ab heute läuft die Fortsetzung von "Jumanji" im Kino - wir verraten, ob sich der Ticketkauf lohnt

Grosser Actionspass oder wird auf unseren Kindheitserinnerungen rumgetrampelt wie von einer Herde Nashörner?

Als vor knapp drei Jahren ein Remake zu „Jumanji“ angekündigt wurde, war die Empörung unter Fans gross. Der fertige Film sollte jetzt aber auch die misstrauischsten Kritiker erleichtert aufatmen lassen.

Auch wenn 1995 die Rezensionen eher milde ausfielen, entwickelte sich „Jumanji“ mit Robin Williams in der Hauptrolle zu einem der beliebtesten Kinderfilme seiner Generation. Dementsprechend nervös scharrte die Online-Gemeinde 20 Jahre später mit den Füssen, als Sony Pictures eine Neufassung des Klassikers ankündigte. Nicht nur fürchtete man, dass hierbei geliebte Jugenderinnerungen halbgar aufgewärmt würden; die Pläne des Filmstudios wurden nur wenige Wochen nach dem Selbstmord von Williams publik. Noch bevor auch nur ein Wort vom Drehbuch geschrieben wurde, musste sich das neue „Jumanji“-Projekt von allen Seiten gegen Vorwürfe der Respektlosigkeit gegenüber dem Oscar-Preisträger erwehren.

Eine zweite, wenn auch weitaus kleinere Welle der Empörung rollte schliesslich in diesem Frühling heran, als erste Szenenfotos Schauspielerin Karen Gillan in einem Outfit zeigten, in dem selbst Lara Croft nach Luft schnappen würde. Auf den Sexismus-Vorwurf entgegneten die Produzenten schnell eine Erklärung, wonach es aufgrund der Handlung tatsächlich einen guten Grund gäbe, die weibliche Hauptfigur in einer Bergsteiger-Stripper-Aufmachung ins Abenteuer zu schicken. Trotzdem hatte speziell Titelheld Dwayne Johnson alle Hände voll zu tun, über seine Social-Media-Kanäle so viel Enthusiasmus wie möglich für den neuen „Jumanji“ zu verbreiten – und er sollte recht behalten.

Dschungelcamp XXL
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Sony Music

In „Jumanji – Welcome to the Jungle“ ist es diesmal kein Brettspiel, dass eine wahrhaftige Wildtier-Stampede auslöst und damit Chaos und Zerstörung anrichtet. Vielmehr finden vier Teenager im Keller ihrer Schule ein altes „Jumanji“-Videogame, durch das sie in eine fantastische Dschungelwelt und in die Körper der Spielcharaktere versetzt werden. So landet die zickige Cheerleaderin Bethany (Madison Iseman) ausgerechnet im Körper von Jack Blacks Professor Oberon, während sich der verschupfte Nerd Spencer (Alex Wolff) in Dwayne Johnsons muskelgebirgigen Dr. Bravestone wiederfindet. Ein raffinierter Twist, aus dem die Fortsetzung einen Grossteil seines komödiantischen Potentials schöpft und dabei von der hervorragenden Chemie zwischen Johnson, Gillan, Black sowie Kevin Hart profitiert. Das ungleiche Quartett muss sich fortan nämlich durch die an allen Ecken bedrohliche Natur kämpfen, um wieder einen Weg aus dem Spiel zu finden.

amit ist „Welcome to the Jungle“ (übrigens nach „The Rundown“ der zweite Film mit Johnson, der diesen Beititel trägt – The Rock scheint gerne im Wald zu stehen) auch eine Art knallbuntes Upside Down zu seinem Original, dem mit einigen Easter Eggs liebevoll Respekt gezollt wird. Und ein Beweis dafür, dass man manchmal einfach so lange den Motzlatz halten sollte, bis einem das fertige Popcorn-Menü serviert wird.

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Publiziert am 21.12.2017 / 11:06