Bonbons, Zälti, Drops: Das sind die 8 leckersten Schleckwaren der Schweiz

Das sind die 8 besten Bonbons der Schweiz. Die meisten sind immer noch erhältlich – am besten schmecken sie halt immer noch mit Zucker. Oder nöd?

Bevor die Zahnfee kam und alle Süssigkeiten zuckerfrei wurden, gab es den Zahnteufel, der den Kindern Löcher in die Zähne bohrte. Das war der Preis für die vielen Schleckereien, für die Kinder der 70er und 80er Jahre ihr Sackgeld raus hauten.

 

1. Cola Fröschli

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„Coci Frosch“ ist kein Spitzname für jemanden, der zuviel „Jufli-Pulver“ geschnupft hat, sondern ein leckeres Bonbon aus Münchenstein. Cola Fröschli gehören sogar zum kulinarischen Erbe der Schweiz.

1938 von der Andre Klein AG (heute Läckerli Huus AG) entwickelt, erfreut sich das Cola Fröschli bis heute allergrösster Beliebtheit, vor allem bei Kindern. Das Coci Fröschli entstand aus der Idee, den damals neuen Cola-Geschmack nicht nur trinken zu können, sondern auch zu schlecken.

Die Lösung fand man in einer Gluckosesirup-Masse, die warm in die Form eines liegenden Fröschlis gepresst wird. Bis heute ist das Rezept unverändert, auch wenn die Coci Fröschli mittlerweile kleiner geworden sind. Dafür kostet die süsse Perle immer noch 10 Rappen das Stück.

2. 5er/20er Mocken

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disch

Der 5er Mocken bzw. 10er Mocken bzw. aktuell 20er Mocken ist die vielleicht typischste Schweizer Süssigkeit. Denn sie heisst so, wie viel der Mocken kostet und zeigt gleichzeitig die Inflation der letzten 100 Jahre an.

Kaum ein Schweizer Kind, das nicht schon beinahe an einem Mocken erstickt wäre oder sich die Milchzähne daran ausgebissen hat. Seit über 100 Jahren gibt es das fruchtig-süsse Caramel, das ursprünglich fünf Rappen kostete. Es war lange Zeit am Kiosk das billigste, was sich Kinder mit ihrem Taschengeld kaufen konnten.

In den 60er Jahren kostete der 5er Mocken 10 Rappen, weshalb er über Nacht auch den Namen änderte und 10er Mocken hiess. Doch die Inflation machte nicht halt und so wurde in den 90er Jahren aus dem 10er Mocken der 20er Mocken, der aus praktischen Gründen heute einfach nur noch Mocken heisst.

Die Firma Disch produziert jährlich sechs Millionen Stück auf einer über 40 Jahre alten Maschine. Übrigens: Der 5er Mocken stammt ursprünglich aus dem Hause Richterich, die ja auch das Ricola erfunden haben.

3. Haschi-Bonbon

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Halter

Seit 1919 gibt's die leckeren Haschi-Kräuterbonbons, die immer noch nach unveränderter Rezeptur hergestellt werden. Obwohl der Name an ein Rauschmittel erinnert und das Amt für Verbraucherschutz des Kantons Aargau die Kräuterbonbons sogar umbenennen wollte, hat das Produkt nichts mit Drogen zu tun. Übrigens: Der Name Haschi setzt sich aus den ersten Silben der Familiennamen der Bonbon-Pioniere Otto Halter und Albert Schillig zusammen, die das feine, feine Kräuterbonbon erfunden haben.

4. Ricola Bonbon

Wer häts erfunde, hä? Genau, die Schweizer. Das eckige Kräuterbonbon wurde 1940 von Emil Richterich von der Confiserie RIchterich & CO, Laufen erfunden. Er mischte damals ein Rezept aus 13 Schweizern Kräutern zusammen, das bis heute verwendet wird. Nicht nur gegen Husten und Heiserkeit. Über 100 Schweizer Landwirtschaftsbetriebe beliefern den Betrieb mit biologisch angebauten Kräutern, um die weltweite Nachfrage zu gewährleisten. Ricola exportiert nach eigenen Angaben in rund 50 Länder in Europa, Asien und Nordamerika. Das Familienunternehmen gehört heute zu den Top Ten Brands der Schweiz.

5. Sugus

Not macht erfinderisch. Als zu Beginn der 30er Jahre der Rohstoff Kakao rar wurde, musste der Schokoladenhersteller Suchard umdenken und erfand ein saftiges Kaubonbon mit Fruchtgeschmack. Es wurde zum internationalen Bestseller.

In der Schweiz werden heute täglich 350'000 Sugus verdrückt, den Deutschen und Österreichern ist dieses Gaumenvergnügen leider vorenthalten. Denn das Kaubonbon, das am ehesten mit Maoam zu vergleichen ist – einfach viel, viel besser – gibt es dort seit den 80er Jahren nicht mehr. Dafür in vielen anderen Ländern der Welt, auch in Südamerika, Afrika und Asien.

6. Sanagol

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Kein Kinobesuch ohne Sanagol! Zumindest bis 2002. Seit fast 15 Jahren gibt es das legendäre Fruchtbonbon nicht mehr. Zuletzt war Sanagol nur noch an Kinokassen erhältlich, nachdem Sanagol einst zu den beliebtesten Schweizer Süssigkeiten zählte und an keinem Kiosk fehlen durfte. Aber die Fruchtgummi-Konkurrenz aus dem Ausland wurde immer stärker und verdrängte das Bonbon des Schweizer Zältli-Herstellers Dischs aus den Sortimenten. Die letzten produzierten Sanagol-Lagerbestände fanden aber einen so reissenden Absatz, dass es vielleicht zu einem Comeback kommen könnte. Wer weiss?

7. SportMint

Die Schweiz verdankt viele Leckereien dem Konfiseur Alfred Disch. So auch das SportMint Energiebonbon, das 2013 seinen 80. Geburtstag feierte. Seit 1933 spendet das herbe Mintbonbon Energie und eine Extraportion Vitamin C. Vitamin C? Richtig, kurz zuvor gelang es der ETH Zürich zusammen mit Hoffmann La Roche, erstmals synthetisches Vitamin C herzustellen. Alfred Disch erkannte die Zeichen der Zeit und brachte als Erster ein Bonbon mit nahrungsergänzenden Inhaltsstoffen auf den Markt.

8. Tiki Brausepulver

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Mhhm Tiki. Kein Schweizer Kind, das die Schleckerei nicht liebt. Seit 68 Jahren wird das Brausepulver in der Schweiz produziert. Doch erfunden wurde es schon viel früher, nämlich 1907 in Böhmen.

Die Idee zum Brausepulver kam dem tschechischen Backpulverhersteller Hynek Boleslav, als er sich 1907 zum Spass einen Rest Sodapulver auf die Zunge legte – dazu etwas Zucker und Säure beigemischt - schon war Tiki erfunden.

Der Sohn des Erfinders, Guy Allan, flüchtete 1947 in die Schweiz und produzierte die Brausetablette lange Zeit in Mont-sur-Lausanne. Heute wird Tiki im Kanton Aargau – Lengnau - hergestellt. Im Ausland war das feine Brausepulver aber nie ein Erfolg – ganz im Gegensatz zur Schweiz. Nach einem Umsatztief in den 80er Jahren wird heute mehr Tiki verkauft als jemals zuvor. Das liegt vielleicht daran, dass man Tiki heute nur noch schleckt und nicht mehr als Getränk auflöst, wie man das noch mit dem Original-Tiki machte.

Teaserbild: Montage/Likemag

Publiziert am 21.05.2018 / 21:35