Hinein ins Neonparadies: Der ultimative Globetrotter-Guide für Tokio

Plastik-Eiscreme und Kultfilmkulissen: Wir tauchen ein in die fantastisch verrückte Welt von Japans bunter Metropole.

Unsere Resident-Globetrotterin Luisa hat die Welt gesehen – und lässt dich wissen, wo es ihr am besten gefallen hat und was du dir an diesen Orten auf keinen Fall entgehen lassen solltest. Diesmal: Tokio.

Extrovertiert und zurückhaltend, schrill und schlicht, traditionell und innovativ – Tokio ist das alles zugleich. Die Stadt mit 13 Millionen Einwohnern hat so viele Gesichter, dass es einem ein wenig schwindlig wird, wenn man versucht, sie alle aufzuzählen. Die scheue Seite etwa, die sich nervös kichernd und errötend verbeugt, wenn man ihr zulächelt. Die mit eleganten Körperbewegungen durch den Yoyogi-Park schreitet und mit einem nüchternen Gesichtsausdruck an ihrem heissen Grüntee nippt. Oder die laute, blinkende, futuristische Seite, die sich etwa dem Technik-Distrikt Akihabara zeigt, wenn eine Gruppe Mariokart-Autos an einem vorbeidüst, die Fahrer gekleidet wie Mario, Luigi und Peaches. Innerhalb von wenigen Minuten schreitet man hier von einer Welt in die nächste – und entdeckt ständig neue Kuriositäten, Niedlichkeiten und Traditionelles. Tokio wird dir immer und immer wieder den Kopf verdrehen – denn du weisst nicht, wie dir geschieht – und das sollst du auch nicht.

Hier gibt’s die besten Bars

In Shinjuku und in Shibuya finden sich gleichermassen aufregende Bar-Gässchen. In Shinjuku heisst der gemeinte Stadtteil Golden Gai und in Shibuya Nonbei Yokocho (das heisst auf japanisch so viel wie „Gasse der Betrunkenen“). An beiden Orten finden sich mehrere hundert Bars, Clubs und Restaurants, nebeneinander, aufeinander, und ineinander verschachtelt und gestapelt. Einige sind so klein, dass nur etwa fünf Personen gleichzeitig darin Platz finden. Die meisten Lokale haben dabei ein Thema, das sich in der Musikwahl und der Einrichtung wiederspiegelt – man findet alles von Rock- über Film- bis Pferderennen-Bars.

Hier gibt’s die besten Vintageläden

Was Harajuku und Akihabara für Cosplayer sind, das ist Shimo-Kitazawa für Indie- und Vintage-Fans. Dem kleinen Stadtteil, der nur eine kurze U-Bahn-Fahrt von Shibuya entfernt ist, haftet ein europäisches Flair an. Dies wohl unter anderem deshalb, weil sich hier viele Cafés mit Aussensitzbereichen befinden – in Tokio eine Seltenheit. Ebenfalls untypisch für Tokio ist die hohe Dichte an Vintage-, Platten- und Bücherläden. Shimokitazawa gilt als der Hotspot für kleine Indie-Bands, die hier in verschiedenen kleinen Theater- und Gallerie-Spaces auftreten.

Hier gibt’s einen Stadtteil, in dem sich ALLES ums Kochen dreht

Kappabashi, auch „Kitchen Town“ genannt, ist ein Teil von Asakusa im Norden Tokios. Hier gibt es alles von japanischen Messern über kunstvolle Keramikschalen bis hin zu Plastik-Essen. Jawoll, Plastik-Essen. Viele Restaurants stellen hier nämlich ihre angebotenen Speisen in Plastikform in ihren Schaufenstern aus. So findet man neben riesigen Plastik-Soft-Serve-Glacés auch Edamame-Schlüsselanhänger und Selbermach-Kits. So kann man sich sein Lieblingsgericht zuhause in Plastik „nachkochen“ und in seinem Fenster aufbewahren. Amaze! Einer der Läden, der solche Kits anbeitet, heisst Ganso Shokuhin Sample-ya.

Hier gibt’s die besten Gratis-Aussichten

Auf dem 243 Meter hohen Tokyo Metropolitan Government Building in Shinjuku gibt’s eine beeindruckende Panorama-Aussicht auf Tokio und Umgebung. Der Zugang zu den Aussichtsplattformen ist kostenlos, und bei schönem Wetter sieht man sogar bis auf den Fuji. Ebenfalls – bis auf die Drinks – kostenlos ist (bis 20 Uhr, danach kostet der Eintritt 2000 Yen) der Besuch des Park-Hyatt-Hotels, in dem „Lost in Translation“ gedreht wurde. Perfekt, wenn einem der Jetlag ein wenig plagt und man sich fühlen will, als wäre man Teil von Sofia Coppolas Meisterwerk.

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Dieser Artikel stammt aus der aktuellen Printausgabe von LikeMag. Du findest sie in Zeitungsboxen an hochfrequentierten Standorten in Zürich, Bern und Basel oder hier online. Viel Spass beim Weiterstöbern!

Publiziert am 24.02.2018 / 14:36