Initiative will Massentierhaltung in der Schweiz verbieten

Ist das umsetzbar?

Die Denkfabrik Sentience Politics machte bereits vor zwei Jahren auf sich aufmerksam, als sie in Basel und Zürich vegane Kantinen-Menüs forderten. Jetzt will sie mit einer Volksinitiative die Abschaffung der Massentierhaltung herbeiführen. Dafür suchen sie noch einen Kampagnenleiter.

In der Stellenanzeige hierfür wird die Initiative wie folgt beschrieben:

"In der Schweiz werden jährlich über 60 Millionen nichtmenschliche Tiere gezüchtet und getötet. Für die Mehrheit dieser Tiere ist dies mit enormem Leid verbunden: Sie leben auf engstem Raum, zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit werden ihnen Körperteile abgetrennt und viele leiden an zucht- und haltungsbedingten Erkrankungen. Ihre psychologischen Grundbedürfnisse werden systematisch missachtet. Dies wollen wir ändern: In einer Volksinitiative fordern wir ein Verbot der Massentierhaltung, d. h. aller Haltungsformen, die den Grundbedürfnissen der Tiere nicht gerecht werden." 

 

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Adriano Mannino, ein Mitgründer des Think-Tanks, hat gegenüber 20 Minuten bestätigt, dass an einem Initiativtext gearbeitet wird, der nächstes Jahr lanciert werden soll. Durch Profitdruck sei oft Tierquälerei an der Tagesordnung: Millionen von Küken würden geschreddert oder vergast, bis zu 18'000 Hühner müssten sich teilweise einen Stall teilen und auch im Schlachtungsprozess würden Tiere teilweise unnötig leiden. Kleine Betriebe mit weniger Tieren hingegen könnten tierfreundlicher agieren.

CVP-Nationalrat und Bauernpräsident Markus Ritter sieht dies jedoch skeptisch. Es gäbe bereits strikte Regulierungen. Würde hier noch stärker eingegriffen, wären höhere Preise für Eier und Fleisch die Folge, wodurch viele Konsumenten wohl Produkte aus dem Ausland bevorzugen würden - und dort sei die Haltung der Tiere meist viel schlechter als in der Schweiz, äussert er gegenüber 20 Minuten.

Nationalrat Bastien Girod von den Grünen hat zwar Sympathie für das Projekt, aber auch die gleichen bedenken wie Ritter. Ausserdem ist laut ihm auch zu beachten, dass die Bauern nicht ausser Acht gelassen werden dürfen, die solche neuen Regulierungen dann irgendwie finanzieren und umsetzen müssen - also beispielsweise neue Ställe bauen müssen.

Wie würdest Du abstimmen, falls die Initiative wirklich zur Abstimmung kommt.