Jimi Hendrix und die Globus-Krawalle: Wie der Rock-Gott 1968 das Bünzli-Züri durchschüttelte

Niemand konnte ahnen, dass Zürich nach dem Jimi Hendrix Konzert im 1968 nicht mehr dieselbe Stadt sein wird.

Es war genau heute vor 50 Jahren als ein Konzert die Stadt Zürich aus ihren Grundfesten riss und für immer durchschütteln sollte. Es war der Tag, an dem ein paar Jugendliche gegen die Polizei aufbegehrten, die Situation eskalierte und in Strassenkämpfen gipfelten, die heute als Globus-Krawalle bekannt sind.

Die Zürcher Jugendunruhen im Jahr 1968 begannen mit einer Konzertreihe, die vom 30. Mai bis 31. Mai 1968 im Hallenstadion stattfand. Heute würde man das “Monsterkonzert” wohl als Festival bezeichnen. Nachdem Veranstalter Hans-Ruedi Jaggi im Jahr zuvor bereits die Rolling Stones nach Zürich holte, buchte er im Frühling 1968 zum Preis von 15’000 Pfund John Mayall, Traffic, Move, Eric Burdon und als Höhepunkt den Gitarren-Superstar Jimi Hendrix.

Diese Musiker versetzten Bünzli-Züri ins Chaos

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Jimi Hendrix war damals ein Rock'n'Roll-Gott ohngleichen, auf dem Olymp seiner Karriere.

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Jimi Hendrix konnte auf seiner Gitarre alles spielen. Nicht nur mit den Händen, sondern auch mit der Zunge, den Zähnen, den Zehen und seinem Schniedel. Das kommt davon, wenn sich ein Kind das Gitarrenspielen selbst beibringt. Wie Jimi, der am 27. November 1942 in Seattle, Washington geboren wurde. Nach seiner Zeit bei der Armee zog er 1964 nach Harlem und von dort nach London, wo er 1966 seine legendäre Band „Jimi Hendrix Experience“ gründete. Der Rest ist Musikgeschichte, die sich am 31. Mai mit der jüngeren Zürcher Zeitgeschichte kreuzte.

Schon im Vorfeld des “Monsterkonzert” im Hallenstadion wurde medial darüber debattiert, wie man sich vor den drohenden Unruhen schützen soll, wie sie in ganz Europa nach diesem Festival ausbrachen. Die aufgeladene Stimmung entlud sich noch während des Jimi-Hendrix-Konzertes, als die Zuschauer anfingen Stühle in Kleinholz zu zerlegen, worauf 160 Polizisten mit Gummiknüppel das Stadion stürmten und die Jugendlichen vertrieben. Die Bilanz der Räumung des Hallenstadions: 5 Verletzte.

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Die Konzertbesucher und die Polizei stritten sich von Oerlikon bis ins Niederdorf und zum Bahnhof, wo die Situation eskalierte. Es war der Auftakt für die Zürcher Jugendunruhen im Sommer 1968.

Weiter geht es nächste Woche in unserer 1968er Serie.

Publiziert am 31.05.2018 / 22:59

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